Frau Schach Berichte 2015

Frau Schach Berichte 2015

Berichte von unserer Reporterinnen, die sich gerne auf Schach-Events herumtreiben:

» Dez:  Wien, Weihnachtsfeier bei Frau Schach
» Sep:  Wien, Chess with Refugees
» Aug:  Wien, Vienna Chess Open
» Aug:  Wien, Auhof Open
» Juli:  Weiz, Steiermark: Weizer Schachopen
» Jun:  Pula, Kroation: Pula Open
» Mai:  Kos, Griechenland: World Amateur Chess Championship!
» Mai:  Wien, Dekron-Cup. Das fröhlichste Turnier der Welt
» Apr:  Attersse, Oberösterreich: Frau Schach geht aufs Schiff
» Apr:  Wien, Ostersimultan mit FM Hartmuth Beck
» Feb:  Wien, Freundschaftsturnier beim SK Frau Schach

Dezember 2015: Frauenschachabend mit Weihnachtsfeier

Weihnachtliche Gefühle bei frühlingshaften Temperaturen

Die frühlingshaften Temperaturen hielten uns am Dienstag, den 22. Dezember keinesfalls davon ab, bei von Karoline gesponsortem Punsch, Weihnachtskeksen und vielen guten Schachpartien in weihnachtliche Stimmung zu verfallen.

Nara hatte die Ehre gegen die ehemalige Frauenstaatsmeisterin 1999 zu spielen. Es war ihr und uns nicht bewusst, da sich Frau Margit Krasser inkognito unter uns Frauen gemsicht hat. Eine wirkliche Weihnachtsüberraschung!

Nara hatte die Ehre gegen die ehemalige Frauenstaatsmeisterin 1999 zu spielen. Es war ihr und uns nicht bewusst, da sich Frau Margit Krasser inkognito unter uns Frauen gemischt hat. Eine wirkliche Weihnachtsüberraschung!

Kurz vor Weihnachten waren wieder sehr viele schachbegeisterte Frauen mit von der, nun, Partie – ganz offensichtlich hatten wir entweder den vorweihnachtlichen Vorbereitungsmarathon schon hinter uns bzw. ihn für Wichtigeres vorübergehend ruhen lassen. Denn was gibt es Schöneres als Schachspielen mit Gleichgesinnten? Findet jedenfalls die Autorin dieser Zeilen, die zwar gerne gewinnt, aber am allermeisten den sozialen Aspekt dieses Spiels genießt.

Ein prominentes Gesprächsthema bei unserer Plauderei war auf jeden Fall der Schachball, dem einige von uns am 30. Jänner beiwohnen werden, siehe hier. Die Vorfreude ist groß, denn viele von uns sind echte Ballmuffelinnen und nur mit einem Schachball hinter dem Ofen hervorzulocken …

Besonders fein war es, dass diesmal gleich mehrere neue Schachfrauen zu uns gestoßen sind – wir hoffen, dass ihr Gefallen an unserer Runde gefunden habt und auch im neuen Jahr wieder dabei seid!

 

Nun starten wir also in die hoffentlich stille Zeit des Jahres – hoffentlich findet ihr Zeit, unter dem Christbaum die eine oder andere Partie zu spielen und euch auf das nächste Schachjahr bei Frau Schach einzustimmen! Die Termine der nächsten Frauenschachabende werden in Kürze online sein.

Herbst/Winter 2015: Schach mit Flüchtlingen

Dass wir Frauen gerne in den Kaffeehäusern der Stadt spielen ist ja gemeinhin bekannt, aber dass einige von uns auch am Hauptbahnhof der Schachleidenschaft nachgehen ist schon etwas ganz Besonderes.

Unsere Schachkollegin Kineke konnte vor ein paar Wochen einfach nicht mehr nur zusehen und wollte sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Da ist der Aufruf von der Organisation Train of Hope an Schachspieler, sie mögen doch zum Hautptbahnhof kommen und den Flüchtlingen mit Schach Momente der Freude und Zeiten der Ablenkung bieten, gerade richtig gekommen.

Kineke ist seither nicht mehr zu stoppen und investiert gemeinsam mit Johannes Lentner, Dagmar Jenner, M Christian Srienz und anderen Schachkollegen sehr viel Zeit für Menschen in einer Ausnahmesituation. Bestimmt habt ihr bereits den tollen Bericht von Herr Michael Ehn im Standard gelesen.

chess-with-refugees-1

Frau Schach bietet euch hier Auszüge aus dem Interview von Michael Ehn mit Kineke Mulder:

I: Wie hat diese Initiative begonnen, wer hatte die Idee dazu?
M(ulder): Die Idee entstand in der gemeinnützigen Organisation „Train of Hope“ die die Flüchtlingshilfe am Hauptbahnhof organisiert. Eva Fischer-Ankern verfasste folgenden Aufruf, den sie ins Internet stellte:

Liebe Schachspieler, liebe Schachspielerinnen!
In der Hoffnung, dass manche von euch vielleicht Zeit haben: Am Hauptbahnhof gäbe es Tausende ablenkungsbedürftige Menschen, die sich enorm über ein paar gelegentliche Stunden Zerstreuung durch organisierte Schachspielunterhaltung freuen würden.
Ideale Zeit hierfür wäre die ganze Woche über tagsüber, insbesondere zwischen 12 und 20 Uhr. Einfach mit Schachset vorbeikommen, irgendwo gut sichtbar aufbauen, viele glückliche Menschen erleben.

Ihre Idee war, dass es zwar Kinderspielecken am Hauptbahnhof gibt, aber keine Möglichkeiten für Erwachsene, sich während der langen Wartezeiten irgendwie zu betätigen. Dazu kommt die Überlegung, dass Syrien ein kulturell hoch entwickeltes Land ist, in dem Schach gern und von großen Teilen der Bevölkerung gespielt wird.

chess-with-refugees-3

I: Und dann?
M: Dann bin ich am nächsten Tag leicht nervös mit zwei Schachsets zum Hauptbahnhof gefahren. Zusammen mit Johannes Lentner haben wir eine Heurigengarnitur organisiert. Wir hatten die Schachbretter kaum aufgebaut und waren schon von Menschen umzingelt, die mit uns spielen oder einfach kiebitzen wollten!

chess-with-refugees-2

I: Wie könnt ihr kommunizieren?
M: Das Spiel an sich genügt. Schach ist eine universale Sprache. Mittlerweile kenne ich allerdings auch einige Schachtermini auf Arabisch 🙂

Es wird viel Gedacht & Gelacht! Der Schachtisch ist mittlerweile ein Treff- und Kommunikationspunkt geworden, auch die Helfer kommen und spielen. Hier ist ein Punkt, wo alle zusammenkommen.

I: Gab es interessante Begegnungen oder Erlebnisse?
M: Ich kann sagen, dass ich fast ununterbrochen tolle Erlebnisse hatte und kein einziges Mal gab es eine Situation, die ungut gewesen wäre. Die Leute sind dankbar für ein bisschen Ablenkung von ihrem traumatischen Alltag und der Flucht, man sieht einfach viele strahlende Gesichter.

chess-with-refugees-4

I: Kann man diese Aktion unterstützen?
M: Ja, kommt her zum Spaß! Am Besten ein Schachset unter den Arm stecken und spielen kommen! Bitte kontaktiert mich wenn ihr Fragen habt oder zB. „das erste Mal“ zusammen hingehen wollt: Kineke 0699 19874899 office@mulder.at

August 2015: Vienna Chess Open

Von 15. bis 23. August hat das 19. Vienna Chess Open stattgefunden, mit einem neuen Teilnehmerrekord: rund 850 Schachbegeisterte sind mit von der Partie, im schönen Festsaal und den Nebenräumen des Wiener Rathaus.

rathaus

Vier unserer Damen spielten mit:

anna-weissenhorn

Anna Weissenhorn

daiva-batyte

Daiva Batyte

sabine-kirschenhofer

Sabine Kirschenhofer

Besonders hervorheben möchte ich aber den fulminanten Erfolg von Sabine und Anna. Anna konnte sich, mit 3,5 Punkten aus 5 Runden, den Damenpreis holen. Sabine war im C-Turnier durch die Siege in der 8. und 9. Runde mit ihren 6,5 Punkten die beste Frau. Wir gratulieren sehr. Frau Schach, die während des Vienna Opens auf Sommerurlaub war, musste diesen Erfolg natürlich gleich mit einem Törtchen feiern. Sie ist ganz stolz auf die Frauen ihres Frauenschachclubs und freut sich schon sehr auf den ersten Clubabend im Herbst.

Ausführliche Berichte gibt es auf der Seite des Österreichischen Schachbunds und des Wiener Schachverbandes.

August 2015: 12. Auhof-Open

Zweite Augustwoche, wir erleben gerade die fünfte Hitzewellewoche in Wien. Es reicht! Wir gehen ins klimatisierte Hotel!

hitzewelle

So ein Glück, dass es das feine Schachturnier „Auhof Open“ gibt. Ich glaube, wenn das stadtbekannt wäre, hätte halb Wien auf der Stelle zum Schach spielen begonnen.

Der schöne Seminarraum, welchen wir nutzen dürfen, ist wunderbar, genauso wie die Betreuer Organisatior Gerhard Lonek und das Schiedsrichterteam Peter Kowarsch und Wolfgang Feldmüller.

hotel-rainers

Von unserer Truppe waren Qingxia Chen, Sabine Kirschenhofer & ich (Kineke Mulder) dabei. Egal wie toll wir am Brett performen, wir sorgen auf jeden Fall dafür, dass „die internationale Lage zunimmt“.

auhof-landstatistik

Das reicht Qingxia nicht, spielt deswegen einfach saugut und erreicht somit mit Startnummer 31 Rang 8 in der Gruppe B!!

auhof-sekt
Sabine, Christian und Qingxia genehmigen sich ein Glaserl Sekt nach getaner Arbeit.

Juni 2015: Weizer Schachopen

Unser Frauenschachclubmitglied Solveigh war dabei!!!

Nach der Amateurweltmeisterschaft der ACO auf Kos zum Weizer Schach-Open – welch ein Kontrast! Nach dem „Großbetrieb“ von 240 Teilnehmern wirkt das steirische Turnier sehr heimelig mit 40 Spielern in zwei Klassen. Der Arbeiter-Turn-und Sportverein Weiz hat mit dem Gasthof Ederer einen guten Ort für sein Open gefunden. Der Spielsaal ist für die (heuer) 40 Spieler genau richtig und schließt gleich an den Gastgarten an, von dem aus man den Ausblick auf die saftiggrüne Landschaft genießen kann.

weizbergSo nutzen mein Mann und ich das prächtige Wetter, vier Tage voll schönstem Sonnenschein, und machen es uns vor und nach dem Spiel draußen gemütlich. Dass der Gasthof nicht nur ein beliebter Ort für Schachevents, sondern auch für Hochzeitsfeiern ist, verleiht dem Ganzen eine speziell steirische Note – durch hohes Trachtenaufkommen und Blasmusik(!), die nach anfänglichem kurzem Schrecken und aufgrund der gut isolierenden Türen dann doch eher als lustig denn als störend empfunden wird.

Mit Teilnehmern aus Deutschland, Ungarn und Indien hat das Turnier durchaus internationalen Touch. Der Frauenanteil liegt, wie auch sonst so oft, nur um die 10 Prozent. Schiedsrichterin Margit Almert, immer sehr um das Wohl der Teilnehmer besorgt, verleiht den Frauen dann doch etwas mehr Präsenz.

weiz_2

Dass IM Peter Schreiner (2449) das A-Turnier für sich entschied, kam nicht wirklich überraschend, trennten ihn doch über 250 Elo von den nächsten Spielern auf der Startrangliste. Das B-Turnier hatte gleich vier Sieger: Anton Neubauer, dank guter Buchholzwertung auf Platz 1, und drei Punktegleiche: Hans-Peter Enk, Lukas Kepplinger und Willibald Felber.

Werden wir nächstes Jahr wieder zum Weizer Open fahren? Aber sicher! Termin 2016 ist wieder Fronleichnam (26.5.), mit nur einem Urlaubstag kann man sich also ein schönes, langes Turnierwochenende gönnen. Spielbeginn am Freitag ist übrigens 18h; ideal für Einheimische, die keinen Urlaubstag opfern wollen, und für Urlauber, die den Tag für einen Ausflug nutzen können.

Die Gegend bietet viele schöne Wanderungen. Wer es lieber gemütlich hat, bummelt durch Weiz, besichtigt die Taborkirche mit ihren hochinteressanten mittelalterlichen Fresken, die eindrucksvolle hochbarocke Weizbergkirche (nahe dem Spielort) und tankt zwischendurch Kaffee und Eis in den vielen netten Lokalen.

Juni 2015: Pula Openpula-open

Sabine und ich (Kineke) hatten während dem Wiener Linien Open in April kurzer Hand beschlossen am Pula Open 2015 teilzunehmen. Christian Srienz, der stark schachspielende Mann von Sabine, sowie Andreas Wuchte, der stark urlaubsbegeisterte Mann von Kineke, waren sofort mit von der Partie.

© hr.wikipedia.org/wiki/Verudela

© hr.wikipedia.org/wiki/Verudela

Das Ganze spielt sich auf Verudela ab, dem wunderschönen wurmförmigen Anhängsel vor, bzw. die traumhafte Halbinsel bei Pula.

Eigentlich gibt es sonst nichts mehr zu sagen. Den Rest werde ich euch in Bildern zeigen. Liebe schachbegeisterte Damen, liebe Leser und Leserinnen, es war so cooool …

Wir: Sabine, Kineke, Andi, Christianpula-wir

Das Meeeeer
pula-meer

Überall wird geschacht
pula-schach-ausserhalb-turniersaal
Man kann sich aber auch mal Pula ansehen wenn man mal etwas anderes will 😉pula-pula

Eh nur kurz: ist ja klein und übersichtlich.

Aja, Turnier war ja auch noch …

Sabine sah beim Spielen meist vermummt wie Mrs. Ano Nym aus, weil die Klimaanlage recht überengagiert zur Geltung kam.pula-turnier-sabine

Kineke probierte sich stellenweise zu konzentrierenpula-turnier-kineke

Ansicht des Turniersaalspula-turnier-saal

„Vorraum“ des Turniersaalspula-turnier-vorraum

Aussicht vom „Vorraum“ des Turniersaalspula-turnier-saal-aussicht

Wir haben es Länge mal Breite genossen. Das Turnier war extrem gut organisiert, Turnierdirektor Denis Vretenar hatte alles, völlig relaxed, mit feinem Team, total in der Hand.

Wir kommen sicher wieder!

Vielleicht kaufen wir dann wieder das eine oder andere beim Schachstandl ein. Wobei die Titel mancher Schachbücher etwas dramatisch klingen können.pula-schachliteratur

Ergebinsse auf chess-result.com

Gratulation an Siegi Baumegger (geteilter Erster! Startnummer 8) sowie Christian Srienz (24, Startnr. 32) und Johann Krebs (25, Startnr. 29), die durchaus zufrieden mit sich selber sein können und Österreich sehr würdevoll vertreten haben!

In Anbetracht des Umstands, dass alle in einer Gruppe gespielt haben und wir – Sabine und Ich – dauernd mit Stärkeren zusammengelost wurden, haben wir uns eigentlich auch sehr majestätisch geschlagen. Finden wir.

Kineke Mulder
Reporterin für Frau Schach am Meer & in der Sonne

Mai 2015: ACO World Amateur Chess Championship

© amateurchess.com - ACO World Amateur Chess Championship

© amateurchess.com – ACO World Amateur Chess Championship

Die seit einigen Jahren von der ACO an wechselnden Ferienorten organisierte Amateur-Schachweltmeisterschaft ist eigentlich der Grund, warum ich spät, aber doch mit dem Schachspielen begonnen habe.

2013 hatte ich meinen Mann zum Turnier nach Kreta begleitet und festgestellt, dass die Spieler Tage voll Spaß und Spannung hatten, während ich mich (als nicht so begeisterte Schwimmerin) am Strand eher langweilte und auch keine Lust hatte, allein herumzuziehen. Daher beschloss ich letztes Jahr – der Turnierort 2014 war Rhodos –, mich ebenfalls beim Turnier anzumelden. Ein kühner Schritt für mich, die damals fast-absolute Anfängerin! Mein Einstieg in die Schachszene gestaltete sich dann für mich so befriedigend, dass ich auch dieses Jahr auf Kos unbedingt dabei sein wollte.

Rückblickend kann ich sagen, dass mir der Einstieg in die Schachszene ohne ACO nicht so leicht gefallen wäre. Die Aufteilung in 7(!) Klassen/Gruppen, gestaffelt nach Spielstärke in jeweils 200-Elo-Schritten, garantiert auch Anfängern und schwachen Spielern wie mir das eine oder andere Erfolgserlebnis. Da das Turnier von der FIDE nicht anerkannt wird (Gründe dafür scheinen die Benennung „Amateur-Schach-WM“ oder persönliche Differenzen zu sein), droht kein Elo-Verlust – allerdings winkt den Ehrgeizigen natürlich kein Elo-Gewinn. Trotzdem zieht die ACO auch starke Spieler an; heuer kämpften in der A-Gruppe (2201-2400 Elo) zwar nur vier Teilnehmer, in der großen B-Gruppe (2001-2200 Elo) aber 42.

Obwohl Deutschland am stärksten vertreten ist, ist das Turnier ein sehr internationales. Neben Spielern aus ganz Europa finden sich auch solche aus Australien, den USA oder Lateinamerika. Viele Teilnehmer bringen ihre Partner oder Familien mit, was die Atmosphäre „entschärft“. Wer aber ganz und gar in die Schachwelt eintauchen möchte, hat Gelegenheit, zusätzlich zu den neun Turnierrunden an den Nachmittagen und Abenden bei Seminaren und Blitzturnieren teilzunehmen. Auch lädt die ACO immer Schachprominenz für Vorträge und zum gemeinsamen Analysieren ein, diesmal war es GM Spyridon Skembris, der mit seiner Frau Bettina Trabert (Frauen-GM!) und Sohn angereist war.

Der Frauenanteil beim Turnier ist einerseits nicht so groß, wie die Organisatoren (oder ich) es sich wünschen würden, ein Thema, das am Abend der Siegerehrung angesprochen wurde. Andererseits gewann die junge Frauen-GM Carla Heredia Serrano (Ecuador) so wie schon im Vorjahr das starke B-Turnier und wurde von den anderen Spielerinnen entsprechend bejubelt.

Nach anstrengenden Turniertagen hat man sich ein gepflegtes Gläschen verdient.

© amateurchess.com – ACO World Amateur Chess Championship
Nach anstrengenden Turniertagen hat man sich ein gepflegtes Gläschen verdient.

Wie sieht es mit 2016 aus? Die ACO hat ihr Konzept, den Turnierort jedes Jahr zu wechseln, aufgegeben und wird auch die nächste Amateur-Schach-WM auf Kos abhalten, und zwar im gleichen Hotel, in der Woche vor Pfingsten (7.-16. Mai). Das bedeutet: Noch keine große Hitze, noch „frische“ Landschaft, aber vielleicht noch kühles Meer.

Die Anlage ist sehr modern und gepflegt, das Buffet sehr gut und überaus abwechslungsreich, außer dem hoteleigenen, sauberen Sandstrand gibt es mehrere Pools, die schönen Zimmer verfügen sämtlich über Terrasse oder Balkon.

© amateurchess.com - ACO World Amateur Chess Championship

© amateurchess.com – ACO World Amateur Chess Championship

In den drei schönen, modernen Turnierräume sind zu Spielbeginn leider immer sehr stark gekühlt (Klimaanlage, die zum Glück dann abgedreht wird); wer so wie ich leicht friert, sollte daher vorsichtshalber Jäckchen und Schal mitnehmen.

Wer neben Schach, Baden und (Wander)Ausflügen Lust auf reichlich Sightseeing hat, wird vielleicht enttäuscht sein, denn in dieser Hinsicht bietet Kos weniger als andere griechische Inseln. Aber immerhin, die gleichnamige Hauptstadt ist ein hübsches mediterranes Städtchen mit zumindest etwas historischem Flair, die Überfahrt zur nahen Vulkaninsel Nisyros lohnt sich für Naturliebhaber, und die Organisatoren bieten am spielfreien Donnerstag einen ganztägigen Busausflug an. Falls die persönliche Urlaubsvorstellung aber sowieso unter dem Motto „Schach, Erholung am Meer und sonst nix“ stehen soll, ist die Amateur-WM 2016 absolut zu empfehlen!

Vielen Dank an Solveigh Rumpf-Dorner für diesen sehr persönlichen und informativen Bericht!!!

Mai 2015: DEKRON-CUP 2015. Das fröhlichste Turnier der Welt!
Willy Schlösser, seines Zeichens vorrangig lieber Mensch, des weiteren Veranstalter des Turniers „Dekron Cup“, hat heuer zum zehnten Mal eingeladen und ausgetragen.

Es gibt ein zwei Bedingungen:

  • Man (also Männlein/Weiblein) sollte Schach spielen können.
    Aber nicht zu stark: Obergrenze ist 1600 Elo
  • Man wird vom Willy persönlich eingeladen

hotel-kavalierGespielt wird im Hotel Kavalier, ein schönes ****Hotel auf der Linzer Straße in Wien Penzing. Der Spielraum ist hell, klimatisiert und angenehm, das Personal ist extrem freundlich.

Eigentlich ist es überhaupt super an einem Schachturnier in einem Hotel zu Hause teil zu nehmen, weil man sich sofort in Urlaubsstimmung befindet.

Es gab 24 TeilnehmerInnen. Zehn in der A-Gruppe, 14 haben die B-Gruppe unsicher gemacht. Fünf Tage hintereinander wurde gespielt. Gleich am ersten Tag gab es zwei irrwitzige Patt-Partien und jede Menge amüsante Zwischenrufe. Wobei Zwischenrufe bei „Turnierruhe“ eher „lauteres Geflüstere“ heißen sollte. („Hearst, des hoama bààde zwa Züge loang übersehn, des gibts jo net!„)

Was ich bei unserer Spielschwäche so herrlich finde, ist, dass es jede Menge Twists gibt. Fast wie beim Biltzschach: Schnell mal eine Figur im Vorsprung heißt noch lange nicht gewonnene Partie. Es dreht und wendet sich bis zum Schluss.

Was mich persönlich auch sehr gefreut hat, war, dass wir auch zwei echte Kiebitze hatten, und zwar an allen fünf Tage! So gesehen haben wir für ein großes Publikum gespielt. Am Samstag hatte ich sogar die Chance nach der Turnierpartie gegen einen der beiden (2100 Elo!!) zu spielen, bei herrlichem Wetter, auf der Terasse, direkt vor dem Turniersaal.

Die gemütliche Runde auf der Terasse wurde immer größer, am Ende haben wir uns gemeinsam über folgendes Rätsel gebeugt:

Weiss zieht und gewinnt (!!!)
raetsel

(Achtung: Schwarz ist nur ein bzw. zwei Schritten von neuen Damen entfernt)

Am Sonntag um 11h wurde die letzte Partie gespielt und damit landeten völlig andere auf den Stockerlplätzen (A und B) als erwartet, was wunderbar zu unseren Schachfähigkeiten passt.

Wisst ihr, es ist großartig an einem Schachturnier teilzunehmen, wo sich die Verlierer genau so über die Grenzgenialität der Siegeszügen freuen wie die Sieger selbst, echt GUT ist das.

Anschliessend ging es ins benachbarte Lokal „Die Metzgerei„, wo ALLE eine Medaille, eine Flasche Edelbrand, ein drei-gängies super herrliches Pappi und Applaus bekamen. Auf der „Kehrseite“ jeder Medaille steht: „Für die erfolgreichste Teilnahme an Dekron-Cup 2015″.

Zu guter Letzt wurden wir noch mit super Musik vom, … ehmmm … Giuseppe, Giovanni oder so verwöhnt. Auf jeden Fall eine Art Pavarotti – Gänsehaut, Schunkeln, Großartig!

dekron-abschlussveranstaltung-1

dekron-abschlussveranstaltung-2

Schau mal: Alle haben Pokale & Medaillen!

Sieger Nummer eins der Gruppe B:
Dr. Walter Schoechsieger-nummer-eins

Auch ich habe gegen ihn spielen dürfen und das sehr genossen. Laut Kiebitze war ich einen Zug lang Halbzeit-Gewinner, hätte unter Matt-Drohung die Dame nehmen können…

Hätt i war i
a Spatz is ka Kanari.

Gratuliere lieber Walter und tausend Dank an dich, lieber Willy, für die schöne Zeit die du uns geschenkt hast!! Des Weiteren möchte ich mich auch bei unseren beiden Schiedsrichtern, Harald Hager & Markus Stubreiter, ganz herzlich, für ihren unermüdlichen und stehts freundlichen Einsatz, sehr bedanken.

Ergebnisse Gruppe A
Ergebnisse Gruppe B

Kineke Mulder
Reporterin für Frau Schach in Wien Penzing

April 2015: Schachspielen auf dem Attersee
Frau Schach geht aufs Schiff

Bei idealen Wetterbedingungen, nämlich sonnig, warm, windstill, legt das Schach-Schiff mit 99 Spielenden plus zahlreichen Begleitpersonen pünktlich um 9 Uhr in Seewalchen ab. Das 4. Mal findet dieses schwimmende Schnellschachturnier am Attersee bereits statt, organisiert vom Seewalchner Schachklub „Schach am Attersee“, und bis jetzt war das Wetter jedes Mal schön – einfach Glück oder hat Caissa da auch mitgeholfen?

P1090635
7 Runden mit einer Bedenkzeit von 20 Minuten werden gespielt, 4 am Vormittag, dann gibt es eine Mittagspause in Seewalchen, wo die Organisatoren ein Mittagessen traditioneller Ausrichtung vorbereitet haben, Punkt 14 Uhr (!) wird wieder abgelegt und 3 weitere Partien werden am Nachmittag gespielt.

Die Stimmung an Bord ist wunderbar – am Sonnendeck genießen vor allem die Angehörigen die fantastische Kulisse von See, saftig ergrünenden Ufern, blühenden Obstbäumen und dem imposanten Höllengebirge, die Schachspielenden haben nur zwischen den Partien einige Minuten Muße dazu, all dies auszukosten.

Schiedsrichter Daniel Lieb (IS) macht seine Sache hervorragend: flott, kompetent, charmant und humorvoll begleitet er uns durchs Turnier – organisatorisch von den „Tixomännern“ unterstützt; kaum hat frau fertig gespielt, hängt schon die Auslosung der nächsten Runde.

Für mich als einzige österreichische Spielerin waren die ersten beiden Runden ein großer persönlicher Erfolg, weil ich sowohl gegen einen 1900er remisierte (in klar gewonnener Stellung) als auch gegen einen 2000er gewann. Beste Frau wurde dann aber eine deutsche Kollegin – also wieder mal knapp am Frauenpokal vorbei.

Volle Konzentration trotz schöner Aussicht und wunderbarer Stimung auf dem See.

Volle Konzentration trotz schöner Aussicht und wunderbarer Stimmung auf dem See.

Nun zu den Ergebnissen ganz vorne, gewonnen hat ein Fidemeister-Trio, nämlich auf Platz 1 Dietmar Hiermann, gefolgt von Heinrich Rolletschek und auf Platz 3 Florian Schwabeneder.

Ich war schwer beeindruckt von der perfekten Organisation, Rundumbetreuung, kulinarischen Versorgung (bis hin zu köstlichen selbstgebackenen Mehlspeisen samt Schaumrollen), der sportlich-freundschaftlichen Atmosphäre – also ich hab mich selten wohler gefühlt bei einem Turnier! Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren und alle Mitwirkenden, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben!!!

Der einzige Wermutstropfen: es findet leidert erst wieder in zwei Jahren statt!

Sabine Kirschenhofer
Schwimmende Reporterin für Frau Schach auf dem Attersee

April 2015: Ostersimultan mit FM Hartmuth Beck im Rahmen der Reihe „Schach Challenge im Café Schopenhauer“

Wahrscheinlich lag es einfach am schönen Wetter und am Osterwochenende, dass man sich zur ersten Schach Challenge im Café Schopenhauer nicht in einer Warteschlange anstellen musste. Eigentlich schade,denn wer nicht an einem gemütlichen Samstagnachmittag gegen einen sympathischen und vor allem schachlich sehr starken und interessanten FIDE-Meister wie Hartmuth Beck spielen möchte, ist selber schuld.

 FM Hartmuth Beck ging entspannt von Brett zu Brett. Wir waren alle weniger entspannt, da hart am kämpfen.

FM Hartmuth Beck ging entspannt von Brett zu Brett. Wir waren alle weniger entspannt, da hart am Kämpfen.

Die Stimmung war wunderbar. Wir hatten alle viel Freude mit unseren doch sehr unterschiedlichen Partien. Die Geschwindigkeit, mit der Hartmuth wieder am Brett war, hat zumindest mich sehr ins Schwitzen gebracht. Wobei Siegeschancen auch mit einer viel längeren Bedenkzeit sehr begrenzt gewesen wären. Aber, wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und vor allem gilt beim Simultan noch mehr als sonst das olympische Motto: Dabei sein ist alles. Zwei Herausforderer konnten sich aber doch mit einem Sieg den Gutschein für ein Schopenhauer-Frühstück holen. Wir gratulieren Tobias Mayerhuber und Bernhard Spalt sehr.

Simultan

Man darf sich aber auf alle Fälle auf eine Fortsetzung im Herbst freuen, da die Geschäftsleitung des Cafe Schopenhauer und FM Hartmuth Beck schon versprochen haben, dass es von der Schach Challenge eine Fortsetzung geben wird. Wir vom Frauenschachclub sind sicher dabei und können nur alle anderen Schachspieler und Schachspielerinnen einladen, dabei zu sein. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht!!!!

Februar 2015: Freundschaftsturnier beim SK Frau Schach

Auch Kaffeehausspielerinnen wollen es manchmal dann doch wissen. Wie es so steht um ihre schachlichen Fähigkeiten.

Wir nehmen unsere Partien im Kaffeehaus ja auch ernst, aber so eine Turnieratmosphäre mit Schachuhren, Partieformularen, Schiedsrichter, Punktebewertung und auch Zuschauern ist dann doch noch etwas ganz anderes. Einige unserer Kolleginnen sind in dem Bereich blutige Anfängerinnen und deshalb wollten wir unseren Turnierneulingen die Gelegenheit Turnierfeeling zu erleben bieten. Sabine hatte dann die tolle Idee eines Freundschaftsturnieres und auch den guten Kontakt zum sympathischen SK Roter Bauer.

Ein kleines Dankeschön für alle tüchtigen SchachspielerInnen.

Ein kleines Dankeschön für alle tüchtigen SchachspielerInnen wartete bereits.

Ich gestehe, dass ich schon sehr nervös war. So das erste Turnier vom SK Frau Schach und so. Zum Glück hatten wir aber mit Gregor Kleiser einen routinierten und sympathischen Schiedsrichter engagiert.

Er hat bestimmt schon anspruchsvollere Turniere geleitet, aber ich denke, dass so eine kleine aber feine Premiere eines Frauenschachklubs auch für einen langjährigen Schiedsrichter eine schöne und nette Erfahrung war.

Kurz vor 15.00 Uhr trudelten so langsam alle Teilnehmerinnen ein. Der Leiter vom SK Roter Bauer meinte, dass sechs bis acht Spieler kommen würden. So genau könne man (Mann) das nicht sagen.

Wir vom SK Frau Schach sind zwar nicht sehr turniererfahren, dafür aber umso flexibler. Also adaptierten Sabine und ich die Brettbesetzung nochmals kurz und Sabine selbst musste als Ersatzspielerin ans zweite Brett. Kurze Ansprachen von allen honorigen Damen und Herren und dann ging es endlich los.

Der fulminante Start beim ersten Freundschaftsturnier im Kaffee Schopenhauer.

Der fulminante Start beim ersten Freundschaftsturnier im Kaffee Schopenhauer.

Ich persönlich bin ansonsten eigentlich bei Schachturnieren so gar nicht der Typ der kiebitzt, aber bei diesem Freundschaftsturnier SK Frau Schach gegen SK Roter Bauer war es einfach sooooo spannend. Das Mitfiebern mit meinen Schachkolleginnen. Das Mitleiden mit unseren Turnierneulingen. Die doch etwas kurze Bedenkzeit von einer Stunde. Die schöne Atmosphäre im Cafe Schopenhauer. Einfach Wahnsinn!

Spannender kann es auch bei den wirklich Großen kaum zugehen. Gerade in der Endphase der ersten Partie gab es einige Minuten wo ich kaum entscheiden konnte, welches Brett ich am meisten verfolgen wollte. Alle vier noch laufenden Partien waren so spannend. Ich glaube, dass es allen Zusehern so ähnlich erging.

Für´s Teetrinken hat sich Sabine auch während der glorreichen Siegerpartie Zeit genommen.

Für´s Teetrinken hat sich Sabine auch während der glorreichen Siegerpartie Zeit genommen.

Am ersten Brett hoffte ich noch, dass Irina die Partie für sich umdrehen könnte. Am zweiten Brett konnte ich mich nur freuen, dass Sabine gegen eine wirklich starke Gegnerin (Dr. Murzek Marion, 1801 Elo) klar auf Gewinn stand. Anna am dritten Brett zog gerade ein Tempo vor ihrem Gegner mit dem Bauern ein und Munkhtungalag am vierten Brett litt leider sehr unter Zeitnot. Die erste Runde hat SK Roter Bauer klar mit fünf zu zwei gewonnen, wobei Sabine und Anna jeweils volle Punkte für Frau Schach verbuchen konnten.

Manchmal kann etwas Abstand vom Brett sehr hilfreich sein. Bei der zweiten Partie hat es Munkhtungalag auf alle Fälle geholfen.

Manchmal kann etwas Abstand vom Brett sehr hilfreich sein. Bei der zweiten Partie hat es Munkhtungalag auf alle Fälle geholfen.

Trotz großer Spannung ging es nach der ersten Runde ohne große Verschnaufmöglichkeit gleich in die zweite Runde. Kurzes Umgruppieren und schon ging es weiter. Auch die zweite Runde war nicht weniger aufregend. Obwohl es schon recht schnell klar war, dass der SK Frau Schach kaum Chancen auf den Ausgleich hat, war es eine interessante Runde.

Wir gratulieren dem sympathischen SK Roter Bauer sehr zu seinem Erfolg! Wir sind aber mit unserem Ergebnis auch mehr als zufrieden. Es gab einige wirklich große Leistungen und unsere Turnierneulinge haben sich auch tapfer gehalten. Ich bin auf alle unserer Klubkolleginnen ganz stolz!!!!!!!!

Mit Unterstützung des fachkundigen Schiedsrichters Gregor Kleiser ist mir selbst in meiner großen Nervosität das Lachen nicht vergangen und der Stolz auf meine tollen Schachfrauen tut den Rest.

Mit Unterstützung des fachkundigen Schiedsrichters Gregor Kleiser ist mir selbst in meiner großen Nervosität das Lachen nicht vergangen und der Stolz auf meine tollen Schachfrauen tat den Rest.

Am Schluss waren aber doch alle recht müde und nach einigen abschließenden Worten gingen alle, so denke ich, sehr zufrieden nachhause. Das nächste Freundschaftsturnier kommt aber sicher spätestens im Herbst. Das Pflegen und Wiedererwecken der „Tradition der Freundschaftsurniere“ wird sicher ein Anliegen vom SK Frau Schach werden.
Die genauen Turnierdetails unter: chess results